Landtagsabgeordneter für Dithmarschen-Nord
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07.01.2013, 17:44 Uhr | DLZ Übersicht | Drucken
Stress, Spaß und Selbstkritik
Erstmals in der Opposition: Nach der Landtagswahl 2012 musste sich Karsten Jasper umgewöhnen


Vor gut einem halben Jahr gewann Karsten Jasper zum dritten Mal den Wahlkreis Dithmarschen-Nord. Seiner Arbeit im Landtag geht er allerdings unter deutlich veränderten Umständen nach. Spaß macht die Politik ihm trotzdem noch.


Seit 2005 sitzt Jasper für die CDU im Landesparlament. Nach der Abwahl vom Schwarz-Gelb 2012 gehört der frühere Tellingstedter Bürgermeister und Amtsvorsteher erstmals zum Oppositionslager. "Das ist eine völlig neue Rolle, in die wir uns erst finden mussten", sagt Jasper im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht nur, weil die CDU im neuen Landtag, in dem keine Überhang- und Ausgleichsmandate anfielen, nur noch 22 statt vorher 34 Abgeordnete stellt. Als die Christdemokraten noch die Landesregierung führten, seien schneller Kontakte und Termine möglich gewesen, um Anliegen im Wahlkreis zu regeln, etwa im langwierigen Prozess der Entwicklung einer Einkaufspassage an der Heider Markt-Westseite. "Früher ging alles schneller, waren die Wege kürzer, jetzt müssen die offiziellen Wege gegangen werden. das tut mir persönlich weh."
In der neuen Wahlperiode wechselte der Tellingstedter als gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion vom Wirtschafts- in den Sozialauschuss. Die ersten heißen Debatten gab es um den fehlenden Grippeimpfstoff. "Das ging im Ausschuss hoch her. Vertreter der Pharmaindustrie ließen sich nicht blicken, was ich als Affront aufgefasst habe."
Trotz der Verbannung auf die Oppositionsbank ist das Verhältnis zu den meistern Abgeordneten anderer Parteien gut, "auch zu SPD und Grünen", betont Jasper. "Auch bei den Piraten gibt es ein bis zwei Leute, mit denen man vernünftig reden kann." Hat sich die Arbeitsbelastung erhöht, so sind die Abgeordneten wenigstens nicht mehr so unter Druck wie zur Zeit der Regierung Carstensen mit ihrer Ein-Stimmen-Mehrheit.: "Früher musste alles mit der FDP abgestimmt werden, jetzt gibt es keine Rücksicht mehr."
Im Blick zurück bemerkt Jasper selbstkritisch: " Es war ein entscheidender Fehler, dass wir die Freiheit der Schulwahl eingeführt haben. Ich war vom Grundgedanken her auch dafür, aber die Entwicklung ist für die Schulträger unberechenbar geworden."
Besonders drängende Probleme sieht er im Zuge des demografischen Wandels. "900 von 1800 schleswig-holsteinischen Ärzten werden in den nächsten Jahren ihre Praxen schließen, viele ohne Nachfolger." Als Konsequenz befürchtet er aucb das Schließen vieler Apotheken. "Und im Pflegebereich fehlen 19000 Kräfte."
Von großer Bedeutung für die Westküste sei der Ausbau der A20 mit westlicher Elbquerung, auch um der Abwanderung von Betrieben nach Niedersachsen zuvorzukommen. "Es gibt bereits eine Reihe von Speditionen und Handwerksbetrieben, in denen darüber nachgedacht wird."
Nach wie vor ist Karsten Jasper Geschäftsführer der Regionalentwicklungsagentur Eider-Treene-Sorge GmbH. Die Tätigkeit lässt sich nicht nur gut mit dem Abgeordnetenmandat vereinigen, findet der 60-Jährige: "Ich halte so unmittelbaren Kontakt zur Kommunalpolitik in vier Landkreisen. Es ist schon stressig, aber ich kann mich auf verständnisvolle Gesellschafter und tüchtige Mitarbeiter verlassen."
So macht Jasper klar: "Spaß macht's noch."


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