Landtagsabgeordneter für Dithmarschen-Nord
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11.09.2008 - Dithmarscher Landeszeitung Übersicht | Drucken

Büsum will Feriensuppe neu rühren – Ärger über geballte Sommerferien – Verluste für den Fremdenverkehr befürchtet

Büsum – Über eine kräftige Krabbensuppe haben sich die Landtagsabgeordneten Detlef Buder (SPD) und Karsten Jasper (CDU) am Dienstagabend in Büsum gefreut. „Der Ministerpräsident fand sie bei den Krabben- und Fischtagen so lecker, da sollen Sie auch in den Genuss kommen“, sagte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Gerd Gehrts (CDU), als er die Dosen überreichte. Zuvor ging es um eine Suppe, die die Kultusminister der Länder gekocht haben: die Regelung der Sommerferien für 2011 bis 2017.

Dithmarscher Landeszeitung - Und die schmeckt den Büsumern überhaupt nicht Die CDU, die das Thema auf die Tagesordnung gebracht hat, befürchtet herbe Verluste für Vermieter und Gewerbetreibende. Denn die Hauptsaison wird selbst in den besten Jahren 2012 und 2013 nur 85 Tage (vom 21. Juni bis 12. September) lang sein. Im „schlimmen Jahr 2014“, wie Timm Hollmann formulierte, beträgt die Zeitspanne der Sommerferien für alle Bundesländer gar nur 73 Tage. Gabriele Landberg (CDU) nahm es mit Galgenhumor und murmelte: „Dann machen wir da eben die Deicherhöhung.“

Wie Hollmann darlegte, werde Büsum während der kurzen Saison aus allen Nähten platzen. „Wir sind dann ausgebucht, müssen vielen interessierten Urlaubern absagen“, während im Juni und September viel leer stehen werde: Da Nordrhein-Westfalen noch nachverhandeln und seine Sommerferien um zwei Wochen verschieben will, „würden dort von 2012 bis 2015 fast die kompletten Ferien mit Niedersachsen zusammenfallen“.

Hollmann richtete deshalb die dringende Bitte an Buder und Jasper, das Thema nach Kiel zu transportieren: ,,Versucht das zu entzerren.“

Auch die politischen Mitstreiter äußerten ihr Unverständnis. „Die Regelung ist nicht nur aus touristischen Gesichtspunkten unglücklich. Durch die Ballung wird der Urlaub für die Familien teurer“, sagte Holger Lichty (SPD).

Eike Oelker (FWB) fasste zusammen: „Es wird Verkehrsprobleme, Familienprobleme und wirtschaftliche Probleme geben.“ Er erinnerte daran, dass es vor Jahren schon einmal eine ähnlich unglückliche Ferienregelung gab. „Warum wiederholt man solche Dinge. Ich finde das unmöglich.“ Es würden viele Menschen von der Entzerrung und der damit längeren Saison abhängen. „Ein Vermieter kann seine Wohnung nur einmal vermieten. Den Verlust bei einer so kurzen Saison kann er nicht wieder aufholen.“

Hans-Jürgen Lütje (FWB) verstand nicht, warum die Kultusminister die Ferien bis 2017 festsetzen. „Das ist unlogisch, Jahre im Voraus zu planen. Vielleicht kann da ja auch überhaupt keiner mehr wegfahren, weil die Benzinpreise so hoch sind.“ Detlef Buder sagte zur frühen Planung nur: „Da gibt es mit Sicherheit ein Gesetz oder eine Verordnung für.“

Udo Wellm (bürgerliches Mitglied für die FDP) fragte: „Wie begründet die Kultusministerkonferenz die Planung?“ Die Landtagsabgeordneten vermuteten, dass schulorganisatorische und pädagogische Dinge eine Rolle spielen.

Jasper machte den Büsumern indes wenig Hoffnung: „Ich weiß, dass es ein Kompromiss gewesen ist und unser Ministerpräsident versucht hat, dagegen anzugehen. Jetzt ist das Thema durch.“ Hollmann wollte sich so schnell nicht entmutigen lassen: „Wir können ja trotzdem ein bisschen nerven.“ Und das will der Finanzausschuss: Der einstimmige Beschluss lautet, die Landesregierung aufzufordern, sich für eine Ausdehnung der Ferienspanne auf mindestens 90 Tage einzusetzen. Eine andere Suppe wollen die Büsumer nur ungern auslöffeln. (Anja Petersen

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